Luis Wildpanner, regierender Weltmeister im Ultra-Triathlon liefert ab sofort exklusiv für PANACEO-Newsletterabonnenten, praxisbezogene Trainings-Tipps.
Kennst du das Gefühl einer gewissen Orientierungslosigkeit, obwohl du die Gewissheit hast, dich nach einem klar vorgegebenen Trainingsplan zu halten?
Nun, oft liegt der Grund in der Unsicherheit bei der Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit bzw. des persönlichen Zeitmanagements.
Aus meiner eigenen Erfahrung lassen sich die Grundvoraussetzungen für ein sinnvolles und Erfolg versprechendes Training – und zwar sportartunabhängig – auf 4 Fragen reduzieren:
- Das Ziel:
So selbstverständlich dieser Punkt auch klingen mag, so oft scheitern viele genau an dieser Frage. Je genauer und unmissverständlicher ich mein Ziel festlege, umso zielorientierter wird auch meine Vorgangsweise – mein Training – darauf ausgerichtet werden können. Es ist doch ein großer Unterschied, ob ich zu mir sage, ich möchte abnehmen oder – ich möchte 25 kg abnehmen und zwar mittels Nordic Walking, Rad fahren und Schwimmen.
Mein persönlicher Tipp: Lege dein Ziel schriftlich fest, noch besser ist es, wenn du es visualisierst, sprich zeichnest oder z.B. fotografisch „vorwegnimmst“ (indem du dich z.B. mit einer Tafel fotografieren lässt, auf der deine Wunschzeit, die natürlich realistisch sein muss, draufsteht) und platziere es so, dass du es möglichst oft siehst.
- Der Zeitraum:
Auch dieser Punkt sieht auf den ersten Blick sehr einleuchtend aus. Aber wie viele Personen trainieren in den Tag hinein, ohne diese Frage für sich klar zu beantworten? Aber: Ist es nicht ein gewaltiger Unterschied, ob ich mir die o.a. 25 kg Gewichtsabnahme innerhalb eines halben Jahres (mehr als 4 kg pro Monat!) oder für ein Jahr (etwas mehr als 2 kg pro Monat) vornehme?
- Die Trainingszeit:
Einer der Hauptstolpersteine bei der Erreichung des persönlichen Zieles! Sich etwas fest vorzunehmen ist eine Sache. Die konkrete Durchführung hingegen eine ganz andere! Die entscheidende Überlegung dabei ist „die Schere“ zwischen dem gewünschten und realistischen (!) Ziel und der dafür notwendigen Trainingszeit.
Mein persönlicher Tipp: Bist du ein eher zielstrebiger und ehrgeiziger Typ, dann kannst du ruhig dein (realistisches!) Wunschziel festlegen und dann die dafür aufzuwendenden Trainingseinheiten dafür planen. Bist du hingegen ein eher legerer Typ, der nicht allzu viel von Beharrlichkeit und häufiger Anstrengung hält, dann mach’ es genau umgekehrt: Richte dein Ziel nach der Zeit aus, die es dir wert ist, dafür (am Besten ist es, wochenweise zu planen!) aufzubringen. Der Nachteil dieser 2. Möglichkeit: Im Extremfall hat man/frau am Jahresende 25 kg mehr!
- Der momentane körperliche Zustand und die aktuelle Leistungsfähigkeit:
Diese wichtige Grundvoraussetzung für eine sinnvolle Trainingsgestaltung wird selbst von erfahreneren Hobby- aber selbst von Leistungssportlern immer wieder unterschätzt. Im Gegensatz zu der Masse der Nichtsportler kennen die meisten der aktiveren Menschen den Zustand ihres Körpers recht genau, weil sie sich einerseits während der Bewegung damit viel bewusster auseinandersetzen und andererseits auch wegen des größeren Körper- bzw. Gesundheitsbewusstseins öfter den Arzt aufsuchen. Um Überlastungen bzw. gar gesundheitliche Schäden zu vermeiden, solltest du vor dem Training unbedingt eine umfangreiche Gesundenuntersuchung durchführen lassen, vor allem, wenn du ein Sportanfänger bist. Die Problematik der Berücksichtigung / Feststellung des momentanen Leistungszustandes ist aber auch sehr häufig bei fortgeschritteneren Sportlern anzutreffen. Wenn es deren Ziel ist, in 6 Monaten einen Marathon unter 3 Stunden zu laufen, ist es doch auch in diesem Zusammenhang ein großer Unterschied, ob man diesen zur Zeit in 3:45 Stunden oder bereits in 3:15 Stunden zu laufen im Stande ist – oder, um auf die o.a. übergewichtige Person zurück zu kommen, ob diese aktuell 100 kg bzw. 150 kg wiegt!
Für individuelle Fragen an den Autor wenden Sie sich bitte an: www.wildpanner.at